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gemeinsam – aktiv – jetzt

für eine realistische Friedenslösung des Russland-Ukraine-Kriegs:

Veranstaltungen:

Donnerstag, den 30.01.25, 19:00 Uhr, Grafing, Heckerbräu, Marktplatz 26, Saal, 1.Stock

 

Donnerstag, 20.02.2025, 19 Uhr im Freiraum EineWeltHaus München, Schwanthalerstraße 80 

 

Veranstaltungen Ende

 

Der Angriff Russlands auf die Ukraine ist ein Verbrechen gegen Menschlichkeit, Demokratie und Freiheit. Er ist auch ein Angriff auf das internationale Völkerrecht. Viele Tote und noch mehr Verwundete sind Zeugnis dieses Dramas in Europa. Zugleich sorgt dieser Krieg für viele Millionen von Flüchtlingen und getrennten Familien mit all den zugehörigen Problemen. Dieser Krieg sorgt für millionenfache Traumatisierungen mitten in Europa.

Der Krieg dauert schon mehr als zwei Jahre mit all seinen Grausamkeiten, seinen enormen Zerstörungen sowie seinen enormen Kosten und Folgekosten. Seit mehr als eineinhalb Jahren gibt es kaum Bewegung im Frontverlauf. Mit den jetzigen Kriegszielen von Seiten Russlands und der Ukraine droht dieser Krieg zu einer nicht enden wollenden Geschichte zu werden.

Ein gerechter Frieden ist unserer Meinung nach nicht möglich: Für die direkt und indirekt Beteiligten gibt es keine gemeinsame und akzeptable Gerechtigkeit. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Verteidigung seines Landes auf eine Art und Weise bewirkt, die für den Erhalt der Freiheit in großen Teilen der Ukraine von großer Bedeutung ist. Für die Position, das ganze Land befreien zu wollen, haben wir großes Verständnis. Doch die jetzt noch besetzten Gebiete in großen Teilen zurückerobern zu wollen, wird unserer Meinung nach einen erheblichen Blutzoll erfordern. Wir sind der Überzeugung, dass in Zukunft auf diese Weise kein Frieden für die betroffenen Menschen erreicht werden kann. Im Gegenteil, eine Eskalation in unvorstellbare Bereiche mit einer atomaren Katastrophe erscheint real, wenn Russland zu sehr in die Enge getrieben wird.

Wir sehen die Pflicht und moralische Verantwortung, die Ukraine so zu unterstützen, dass sie einen Großteil ihres Landes gegen Russland verteidigen kann, um ihre Freiheit zu bewahren. Wir sehen aber auch die Verantwortung, unnötige Risiken der Eskalation und des Blutzolls auf allen Seiten zu vermeiden. Nur so können wir einen realistischen und akzeptablen Weg zu einem baldigen Frieden einschlagen.

Deshalb setzen wir uns für folgende Punkte ein:

Der sinnlos gewordene Stellungskrieg muss so schnell wie möglich durch einen beidseitigen Waffenstillstand gestoppt werden, um weiteres Blutvergießen und Zerstörungen zu vermeiden.

Dazu benötigen wir die Bereitschaft beider Parteien, einen stabilen Frieden mit realistischen Zielen anzustreben. Zugleich müssen diese Verhandlungen ab sofort ohne hindernde Vorbedingungen stattfinden können:

  • Auf die Ukraine kann direkt Einfluss eingenommen werden. Deshalb sind bei Bedarf Unterstützungsleistungen an folgende Bedingungen zu knüpfen:
    • Verhandlungsbereitschaft ohne Vorbedingungen.
    • Bereitschaft zum sofortigen Waffenstillstand.
    • Bereitschaft auf die Hoheitsrechte über den besetzten Teil des Landes zumindest zeitweise zu verzichten.
  • Auf Russland kann nur indirekt Einfluss genommen werden
    • Insbesondere durch eine starke Ukraine (durch starke Unterstützung vom Ausland)
    • Aber auch durch wohlüberlegtes Entgegenkommen
    • Gleichzeitig kann durch dieses Vorgehen die Bereitschaft vieler Staaten erhöht werden, ihren Einfluss auf Russland geltend zu machen. Zudem kann es von Bedeutung sein, für den Frieden wichtige Länder in den Verhandlungsprozess mit einzubinden.

Um einen dauerhaften Frieden zu gewährleisten sowie um die Freiheit eines Großteils der Ukraine zu sichern, sind für diese Teile der Ukraine starke Sicherheitsgarantien unerlässlich. Diese müssen mit den gleichen Mechanismen wie für NATO-Mitglieder wirken. Dies kann auch eine Mitgliedschaft in der NATO sein. Russland ist in diesen Prozess bzgl. seiner russischen Sicherheitsbedürfnisse einzubinden. Dazu gehört z.B. die Verpflichtung der Ukraine, auf die militärische Rückeroberung der besetzten Gebiete dauerhaft zu verzichten.

Eine Einigung über den Status der von Russland besetzten Gebiete und den Umgang mit ihnen ist womöglich von den Friedensverhandlungen abzutrennen und erst in nachfolgenden Verhandlungen anzustreben.

International ist Russland bei Wohlverhalten zeitnah eine Rückkehr zu freiem Handel sowie zur Zusammenarbeit in vielen Bereichen in Aussicht zu stellen.

Um einen solchen Frieden dauerhaft zu sichern, sind Schritte zur Versöhnung einzuleiten. Sobald die Zeit reif ist, wird u. A. vorgeschlagen, Dreiergemeindepartnerschaften mit ukrainischer und russischer Partnergemeinde nach deutsch – französischen Vorbild zu realisieren. (In der Stadt Grafing gibt es schon eine solche Initiative)

Folgende 82 Bürgerinnen und Bürger haben bisher für den Erstaufruf unterzeichnet:

Sabur Afsali (Architekt, Grafing), Elsheba Akinjyi (Angestellte, München), Bernward Backa (Rentner, Grafing), Günter Baumgartner (IT-Support, Grafing), Johannes Berthold (Friedensstifter, Töging), Robert Beutel (Rentner, Grafing), Karl Böck (Ebersberg), Georg Böhm (Rentner, Kumhausen), Hermann Brunner (Rentner, Grafing), Sibylle Brunner (ERP-Berater, Grafing), Winfried Decker (Schulleiter, Grafing), Hanne Dejelassi (Rentnerin, Kirchseeon), Christian Einhellig (Architekt, Grafing), Klaus Finck (Rechtsanwalt, Steuerberater, Grafing), Dr. Roman Fritschle (Orthopäde, Grafing), Brigitte Froschauer (Bürokauffrau, Grafing), Andreas Gabler (Ingenieur, Walting), Johannes Gabler (Meister im Handwerk, Schernfeld), Iris Götz-Einhellig (Betriebswirtin, Grafing), Yvonne Großmann (Diplom-Mathematikerin, Poing), Roland Grund (Altersteilzeit, Dachau), Eva Halm (Rentnerin, Grafing), Irmgard Haselwarter (Rentnerin, Grafing), Bülent Hauck (Selbständig, Grafing), Udo Helmholz (Rentner, Grafing), Dr. Helgard Herrmann (Biologin, Tuntenhausen), Asyz Hertling (Bedienung, Grafing), Engelbert Heider (Rentner, Buseck), Daniel Hodel (Germering), Christian Höcherl (Architekt, Grafing), Wolfram P. Kastner (Künstler, München), Peter Landerer (Rentner, Grafing), Marianne Langewald (Rentnerin, Poing), Dr. Matthias Mahler (Landwirtschaftsoberrat, Gröbenzell), Christof Mauksch (Angestellter, München), Gisela Mauksch (Rentnerin, Tuntenhausen), Gregor Mauksch (Angestellter, München), Wiebke Mauksch (Angestellte, München), Diana Metzig-Barth, Wolf Muschall (Künstler, Ebersberg), Patricia Nitschke (Rentnerin, Poing), Regina Offenwanger (Technikerin, Grafing), Veronika Oswald (Fachlehrerin, Grafing), Hilde Paternoster-Finck (Dipl. Soz. Päd., Grafing), Evelin Quinlan (Flugbegleiterin, Grafing), James Quinlan (Rentner, Grafing), Gitta Raab (Rentnerin, Frankfurt), Heidi Raabe (Rentnerin, Karlsruhe), Michael Raabe (Rentner, München), Dr. Thomas Raabe (Berater, Grafing), Badroz Radpy-Schabel (Biologin, Heilpraktikerin, Gauting), Olaf Rautenberg (Rentner, Grafing), Dr. Barbara Richter (Ärztin, Ladenburg), Rita Riedl (Unternehmerin, Kranzberg), Rainer Risch (IT-Consultant, Langenhagen), Lucas Roßmann (Produktionstechnologe, Grafing), Nadine Roßmann (Ärztin, Grafing), Martina Roth (Verwaltungsangestellte, Theres), Gerhard Schabel (Informatiker, Gauting), Günther Schamoti (Studiendirektor a.D., München), Mike Schenker (Rentner, Grafing), Ute Schmidtchen (Erwerbsminderungsrentnerin, München), Walter Schmidtke (Ingenieur/Stadtrat, Grafing), Irmgard Schneider (Rentnerin, Beilngries), Klaus Schöffel (Kirchseeon), Peter Schölzel (Selbständig, Grafing), Andreas Schönberger (Heilpädagoge, Nürnberg), Erwin Schußmann (Rentner, Neumarkt St. Veit), Wulf Sommer (Rentner, Grafing), Nirit Sommerfeld (Schauspielerin, Steinhöring), Sybille Spatina (Einzelhandel, Grafing), Manuel Strauß (Influenzer, Grafing), Hans Sykora (Rentner, Grafing), Karin Sykora (Rentnerin, Grafing), Iris Turner (Angestellte, Grafing), Franz Xaver Vilser (Ebersberg), Margit Wegemann (Grafing), Uta Weilbuch (Grafing), Corinna Wilde (Lektorin, Grafing), Christiane Winter (technische Zeichnerin, Gräfelfing), Matthias Winter (Ingenieur, Gräfelfing), Christine Zirngibl (Zeichnerin, Sauerlach)

 

Sie wollen unterschreiben:

Für die Erstunterzeichnung der deutschlandweiten Unterschriftensammlung sowie zur Unterstützung örtlicher Aktionen suchen wir engagierte Bürgerinnen und Bürger aus ganz Deutschland, aber auch international.

Vorerst werden in einer ersten Phase Unterschriften von Bürgerinnen und Bürgern für die Erstunterzeichnung des Deutschlandweiten Aufrufs gesammelt.

  1. Drucken der Unterschriftenliste FriedensaufrufGlobalDruck
  2. Sammeln der Unterschriften
  3. Unterschriebene Unterschriftenliste an Thomas Raabe, Angerwiese 5, 85567 Grafing
  4. Oder eingescannt an E-Mail: info@grafinger-friedensaufruf.de

Sobald die Zeit reif ist, ist eine Tool unterstützte deutschlandweite Unterschriftensammlung geplant. Wenn es so weit ist, wird hier der Link veröffentlicht.

Bitte an sehr viele weiterleiten – nutzt Eure Netzwerke – nur so können es viele werden – nur so kann durch Einsicht vieler die notwendige Kraft für den Frieden entstehen.

Grundgedanken und Szenario für einen pragmatischen Weg zum schnellen Frieden zwischen Russland und Ukraine – Ein Interview

Der Autor und Initiator des Grafinger Friedensaufrufs, Thomas Raabe, in einem Interview mit Iryna Taranenko. In dem Interview werden sehr viele Aspekte des Krieges und einer Friedenslösung erläutert.

Kommentar einer Zuschauerin: „Ich bin beeindruckt. Tolle Themen habt ihr aufgegriffen z.B. die Bergpredigt. Hut ab!“

https://www.youtube.com/watch?v=Sy-Y-8N3kH0

Anbei ein mit Gitarre begleiteter Vortrag in Vaterstetten, der sehr gut die Argumentation und die Ziele wiedergibt.

Kommentar einer Zuschauerin: „gut gelungen, beeindruckend“

Wichtige Gedanken zum Ukraine Krieg

Den Überfall auf die Ukraine halten wir für ein Verbrechen gegen Menschlichkeit, Demokratie und Freiheit. Er ist ein völkerrechtswidriger Krieg inkl. der bisherigen völkerrechtswidrigen Annexionen. Wir unterstützen die Ukraine in der Verteidigung ihrer Freiheitsrechte mit den notwendigen Mitteln. 

Für das Ziel, alle von Russland besetzten Gebiete zurückerobern zu wollen, haben wir großes Verständnis, sowohl aus völkerrechtlicher als auch aus moralischer Sicht. Trotzdem halten wir dieses Ziel für unrealistisch und zudem für hochriskant.

Der Ukraine ist es wider Erwarten gelungen, einen großen Teil des Landes gegenüber Russland zu verteidigen bzw. zurückzugewinnen. Doch die Art des Krieges hat sich geändert. Der Frontverlauf zwischen beiden Kriegsparteien zeigt in den letzten Monaten kaum Bewegung. Hohe Verluste prägen beidseitig das Bild – ein Stellungskampf, erinnernd an Verdun im ersten Weltkrieg.

Die Ukraine droht als Gefangener des eigenen Nationalismus, den richtigen Zeitpunkt zum Ausstieg aus dem Krieg zu verpassen.

Ein weiteres Fortführen der Rückeroberungen führt zu extrem viel Leid sowohl auf ukrainischer als auch auf russischer Seite und birgt neben anderen Risiken im Extremfall auch die Gefahr atomarer Eskalationen unterschiedlicher Art.

Unweigerlich stellt sich die Frage nach Moral, Gerechtigkeit und Verhältnismäßigkeit der Mittel – auch für uns Deutsche, als einem der unterstützenden Länder. Wir haben die Pflicht unsere Einflussmöglichkeiten geltend zu machen und die Ukraine zum richtigen Zeitpunkt zum Einlenken zu bringen. Auch wir haben Verantwortung.

Mit dem Aufruf wird u.a. folgendes realistische Szenario zur Beendigung des Russland-Ukraine Kriegs unterstützt, das bei einem vernünftigen Zusammenspiel aller Kräfte zu einer schnellen Beendigung des Krieges führen kann:

  1. Um jahrelanges, unnötiges, massenhaftes Blutvergießen sowie um zusätzliche Eskalationen zu vermeiden wird die sofortige Verhandlungsbereitschaft von Seiten der Ukraine (ein früher Verhandlungsbeginn liegt auch im Interesse der Ukraine) ohne hindernde Vorbedingungen gefordert. (Hier wird von der Bundesregierung die entsprechende Einflussnahme mit den geeigneten Mitteln erwartet. Auf diese Weise kann auch der ukrainischen Regierung die Möglichkeit gegeben werden, auch vor der eigenen Bevölkerung den Verzicht auf Land gegen Frieden zu begründen, da ansonsten die eigene Verteidigungsfähigkeit bedroht wäre.)
  2. Gleichzeitig soll die Ukraine in eine starke Verhandlungsposition mit realistischen Zielen versetzt werden und die dafür notwendigen Mittel erhalten. Dies beinhaltet für die Ukraine u.a. krisenfeste Sicherheitsgarantien (ggf. NATO Mitgliedschaft nach Friedensabkommen – anders ist ein dauerhafter Schutz der Ukraine wohl nicht zu gewährleisten) aber auch Bereitschaft zum schmerzlichen Verzicht auf eigenes Land. 
  3. Durch die neue Situation ist zu erwarten, dass weitere Länder bereit sind, ihren Einfluss auf Russland für eine friedliche Beilegung des Konflikts durch Verhandlungen wahrzunehmen.
  4. Zusätzlich ist durch die Tatsache, dass die Ukraine befähigt werden soll, aus der Position der Stärke zu verhandeln, zu erwarten, dass Russland über kurz oder lang ebenfalls seine Bereitschaft zeigen wird, ohne hindernde Vorbedingungen zu verhandeln, um seine Position nicht zu schwächen bzw. weitere besetzte Gebiete durch Rückeroberungen seitens der Ukraine zu verlieren.
  5. Russland hätte den Vorteil, bei einem raschen Einlenken seinerseits im Rahmen eines Friedensabkommens in die Normalität ohne Handelsbeschränkungen zurückzukehren.
  6. Sowohl Russland als auch die Ukraine werden schmerzliche Realitäten anerkennen müssen.

Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Ukraine ohne Druck ihrer Unterstützer zu sehr Gefangener ihres Nationalismus bleibt und den rechtzeitigen Zeitpunkt für ernsthafte Verhandlungen mit damit verbundenen Gebietsaufgaben versäumt.

Es ist abzusehen, dass es sich auf Dauer viele Unterstützer nicht bieten lassen werden, einen Kampf ohne realistische Ziele zu unterstützen bzw. zu finanzieren. Das ist vor deren Bevölkerung auf Dauer nicht zu vertreten. Auch in Kriegszeiten spielen neben den Existentiellen Fragen von Freiheit, Leben und Tod auch Kosten-Nutzen Berechnungen eine grundlegende Bedeutung.

Es besteht derzeit die Gefahr, dass die Ukraine ohne Druck von Außen nicht mehr aus einer Position der Stärke verhandeln kann, weil sie dann zu einem Zeitpunkt verhandelt, zu dem die Unterstützung von Außen im Schwinden ist.

Nach einem Friedensabkommen bzw. einem dauerhaften Waffenstillstandsabkommen zwischen Ukraine und Russland setzen wir uns für eine gemeinsame Dreierpartnerschaft der Gemeinde Grafing sowohl mit einer Gemeinde aus der Ukraine als auch mit einer Gemeinde aus Russland nach deutsch-französischem Vorbild ein, sobald die Zeit dazu reif ist.

Frieden lebt auch von persönlichen Begegnungen und der Überwindung sowie Aufarbeitung schmerzhafter Erfahrung.

Grafinger Friedensaufruf 2023 (archiviert)

Autor: Thomas Raabe
(Dank für die vielen Feedbacks und Diskussionen bei der Erstellung)

Der Aufruf wird von Professor Dr. h.c. Horst Teltschik, dem ehemaligen Leiter der Münchner Sicherheitskonferenzen 1999-2008 inhaltlich voll unterstützt (Siehe Pressemitteilung vom 26.09.2023)

Der Angriff Russlands auf die Ukraine ist ein Verbrechen gegen Menschlichkeit, Demokratie und Freiheit sowie ein Angriff auf das Völkerrecht.

Dieser Krieg dauert nun schon mehr als 2 Jahre mit all seinen Grausamkeiten sowie seinen enormen Kosten und Folgekosten.

Er ist von keiner Seite gewinnbar, ansonsten bestehen für jede Seite das Risiko unkalkulierbarer zusätzlicher Eskalationen.

Die Tragik dieses Krieges ist, dass uns in diesem Krieg die Vision eines Friedens, der Gerechtigkeit vollständig durchsetzt, eher ins Verderben führt.

Wir müssen stattdessen den für alle Seiten schmerzhaften Weg zu einem realistischen und stabilen Frieden verfolgen. Nur so besteht die Chance auf einen einigermaßen zeitnahen Frieden mit einem Ergebnis, das für beide Seiten auch annehmbar ist.

  • Den sinnlos gewordenen Stellungskrieg stoppen.
  • Weiteres Blutvergießen vermeiden.
  • Einen stabilen Frieden mit realistischen Zielen ohne Vorbedingungen verhandeln.
  • Waffenlieferungen an die Ukraine auch an die Bereitschaft zum sofortigen Verhandeln sowie mit Bereitschaft zu einem Waffenstillstand knüpfen.
  • Russland mit Stärke und Konzilianz zum Verhandeln bewegen.
  • Wichtige Länder in den Verhandlungsprozess einbinden.
  • Sicherheitsgarantien für einen Teil der Ukraine wie eine Mitgliedschaft in der NATO gewähren, Russland in diesen Prozess einbeziehen.
  • Bereitschaft der Ukraine auf die militärische Rückeroberung zumindest größerer Teile ihrer besetzten Gebiete zu verzichten und eine Einigung über Verhandlungen anzustreben.
  • Rückkehr zu freiem Handel mit Russland anstreben.
  • Schritte zur Versöhnung einleiten.
  • Dreiergemeindepartnerschaften mit ukrainischer und russischer Partnergemeinde realisieren, sobald die Zeit reif ist.

Bundeskanzler Olaf Scholz,
Bürgermeister Christian Bauer (Grafing),
Landrat Robert Niedergesäß (Landkreis Ebersberg)
Presse

  • Für einen realistischen Friedensplan für die Ukraine und Russland, um ein dauerhaftes Blutvergießen zu verringern
  • Für eine Dreiergemeindepartnerschaft der Gemeinde Grafing mit einer ukrainischen und einer russischen Gemeinde, sobald die Zeit dafür reif ist.

Den Überfall auf die Ukraine halten wir für ein Verbrechen gegen Menschlichkeit, Demokratie und Freiheit.

Er ist ein völkerrechtswidriger Krieg inkl. der bisherigen völkerrechtswidrigen Annexionen.
Wir unterstützen die Ukraine in der Verteidigung ihrer Freiheitsrechte mit den notwendigen Mitteln.

Gleichzeitig warnen wir vor riskanten bzw. unrealistischen Zielen.
Für das Ziel, alle von Russland besetzten Gebiete zurückerobern zu wollen, haben wir großes Verständnis, sowohl aus völkerrechtlicher als auch aus moralischer Sicht.
Trotzdem halten wir dieses Ziel für unrealistisch und für hochriskant.

Seit Monaten ist dieser Krieg zu einem brutalen Stellungskrieg ausgeartet. Der Frontverlauf hat sich seit Monaten kaum geändert.

Flächenbombardements mit Bombern aus weiter Ferne und danach erst der Einsatz von Bodentruppen sind bei diesem Krieg nicht möglich. So haben wir einen Stellungskrieg wie im ersten Weltkrieg bei Verdun.

Realitäten sind unserer Meinung nach anzuerkennen. Das gilt sowohl für die Ukraine als auch für Russland.

Wir sind der festen Überzeugung, dass mit Russland ernsthaft mit realistischen Forderungen verhandelt werden muss, um ein einigermaßen zeitnahes Ende des Krieges zu erreichen und um das Risiko unkalkulierbarer Eskalationen sowie unnötiges Leiden unter den Kriegszuständen zu vermeiden. Gleichzeitig entstehen weltweit enorme wirtschaftliche Schäden.

Wir wissen um die Interessen der Ukraine und um die Interessen Russlands.
Beide Seiten werden schmerzhafte Realitäten anerkennen müssen.
Beide Seiten werden zurückstecken müssen.

Wir wissen um die Feindbilder auf beiden Seiten Bescheid.
Wir wissen um die historischen Tatsachen Bescheid.
Wir wissen um die völkerrechtswidrigen Annexionen seitens Russland Bescheid.
Wir wissen um die völkerrechtlichen Problematiken Bescheid.

Wir sind der Überzeugung, dass die Ukraine nur eine Chance in Verhandlungen hat, wenn Sie befähigt wird, aus einer Position der Stärke zu verhandeln.
Wir unterstützen die Ukraine mit erheblichen Mitteln. Also haben wir das Recht und die verantwortliche Pflicht, dem unterstützten Partner beizeiten Grenzen aufzuzeigen, wo wir es um der Sache willen für notwendig halten, auch wenn das dem ukrainischen Nationalgefühl widersprechen sollte.

Wir sehen den Plan des ehemaligen US-Außenministers Henry Kissinger als einen möglichen Beitrag zu einer Lösung des Konflikts, aber auch das sofortige Einfrieren der Kämpfe bei gleichzeitig starken Sicherheitsgarantien für die Ukraine als solch eine Möglichkeit an.

Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie ihren Einfluss auf die Bündnispartner in der NATO sowie auf die Ukraine geltend macht, um eine solche Politik durchzusetzen.

Das Interesse Deutschlands, der NATO und auch der Ukraine muss es sein, möglichst bald zu stabilen Zuständen zurückzukehren, die von allen Seiten akzeptiert werden. Der Konflikt betrifft viele mehr als allein die beiden Kriegsparteien. Deren Situationen müssen ebenfalls berücksichtigt werden.
Wir wissen um die Sensibilität der Themen Bescheid.
Da ist manchmal auch etwas Druck von außen notwendig.

Wir appellieren an die Bundesregierung, diesen Einfluss auszuüben.

 

Im Einzelnen sehen wir die folgenden beiden Varianten als einigermaßen realistische Szenarien, einen Frieden zu erreichen und die starren Fronten aufzubrechen.

  • Eine Unterstützung der Ukraine zur Rückgewinnung der Gebiete, die vor dem Ausbruch des Krieges in der Hand der ukrainischen Regierung in Kiew waren.
  • Die vor dem Krieg von Russland besetzten Gebiete werden im Rahmen von Verhandlungen einer endgültigen Lösung zugeführt.
  • Die Ukraine verzichtet auf eine militärische Rückeroberung dieser ehemaligen Gebiete (u.a. die Krim).
  • Die Ukraine erhält Sicherheitsgarantien wie Staaten der NATO. Dies kann die Stationierung von Truppen aus Staaten der NATO inkl. Lufthoheit zum Schutz der Ukraine bedeuten. Es kann auch eine Mitgliedschaft in der NATO bedeuten.
  • Russland wird im Rahmen eines Friedensabkommens eine Rückkehr in die Normalität ohne Handelsbeschränkungen ermöglicht.
  • Die Ukraine setzt sich für einen sofortigen Waffenstillstand ein.
  • Die von Russland besetzten Gebiete werden im Rahmen von Verhandlungen einer endgültigen Lösung zugeführt.
  • Die Ukraine verzichtet auf eine militärische Rückeroberung dieser ehemaligen Gebiete (u.a. die Krim).
  • Die Ukraine erhält Sicherheitsgarantien wie Staaten der NATO. Dies kann die Stationierung von Truppen aus Staaten der NATO inkl. Lufthoheit zum Schutz der Ukraine bedeuten. Es kann auch eine Mitgliedschaft in der NATO bedeuten.
  • Russland wird im Rahmen eines Friedens-abkommens eine Rückkehr in die Normalität ohne Handelsbeschränkungen ermöglicht.

Nach einem Friedensabkommen bzw. einem dauerhaften Waffenstillstandsabkommen zwischen Ukraine und Russland setzen wir uns für eine gemeinsame Dreierpartnerschaft der Gemeinde Grafing sowohl mit einer Gemeinde aus der Ukraine als auch mit einer Gemeinde aus Russland nach deutsch-französischem Vorbild ein, sobald die Zeit dazu reif ist.

Frieden lebt auch von persönlichen Begegnungen und der Überwindung sowie Aufarbeitung schmerzhafter Erfahrung.
Wir wissen um die Schwierigkeiten und die Gefühle bei einem solchen Projekt, aber wir halten es für die richtige Vision, auch wegen unserer eigenen leidvollen und leidbringenden Geschichte mit Russland und der Ukraine.

Wir wissen, dass der derzeitige Kriegszustand dies unmöglich erscheinen lässt. Wir wissen, dass die derzeitigen Emotionen das schwierig erscheinen lassen.

Trotzdem sind wir der festen Überzeugung, gerade wegen unserer Geschichte, dies mit Geduld und Hartnäckigkeit erreichen zu können.

Aussöhnung ist der einzig erfolgversprechende Weg auf Dauer.

Deshalb bitten wir die Gemeinde Grafing, sich um eine solche Dreierpartnerschaft zu bemühen. Wir werden sie dabei tatkräftig unterstützen.

Des Weiteren bitten wir den Kreistag des Landkreises Ebersberg, uns zu unterstützen und weitere Gemeinden des Kreises Ebersberg zu ermutigen, ähnliche Initiativen zu ergreifen.

An die Vertreter des Landtags und des Bundestags richten wir die Bitte, die Voraussetzungen für eine solche Aussöhnung zu schaffen. Auch sie werden gebeten, solche Partnerschaftsinitiativen zu initiieren bzw. zu unterstützen.

Wir möchten durch den Aufruf für eine solche Dreierpartnerschaft auch mäßigend und Vertrauen stiftend auf die beiden Kriegsparteien einwirken.

Wir hoffen auf das Wohlwollen, die Geduld und die Fantasie der einzelnen Vertreter und wollen auch das unsere dazu beitragen.

Der Aufruf wird sowohl auf Russisch als auch auf Ukrainisch übersetzt werden.
Wir wollen ihn öffentlichkeitswirksam zum gegebenen Zeitpunkt auch an beide Präsidenten versenden.

Wir unterstützen diesen Aufruf und möchten uns u. a. für eine solche Dreierpartnerschaft einsetzen:

94 Bürgerinnen und Bürger aus Grafing, davon 68, die ihren Namen veröffentlichen lassen.

Sabur Afsali, Avdic´Amir, Bernward Backa, Eva Maria Backa, Günter Baumgartner, Brigitte Bernhauser, Robert Beutel, Ingrid Blattner, Ralf Blechschmidt, Hermann Brunner, Sybille Brunner, Günther Czehowsky, Petra D’Ambra, Karoline Deho, Miroslava Deike, Claus Eimer, Christian Einhellig, Dorothee Flammersfeld, Gertrud Franck, Henrike Frank, Monika Freund, Brigitte Froschauer, Iris Götz-Einhellig, Eva Halm, Bülent Hauck, Christl Heinrich, Udo Helmholz, Johannes Hertling, Nazli Asya Hertling, Christian Höcherl, Christa Hubrig, Lena Huppertz, Brigitte Kefer, Josef Klinger, Annemarie Krapichler, Martin Krapichler, Stefan Krone, Peter Landerer, Wilma Marrone, Herbert Marxen, Sieglinde Martin, Alfred Meier, Diana Metzig-Bartl, Johanna Mischlewski, Regina Offenwanger, Veronika Oswald, Anja Pondorf, Evelyn Quinlan, Timmy Quinlan, Thomas Raabe, Olaf Rautenberg, Hildegard Reußner, Lucas Rossmann, Jennifer Schindler, Walter Schmidtke, Christina Schneider, Peter Schölzel, Dieter Schönfeld, Florian Solfrank, Wulf Sommer, Sibylle Spatina, Verena Spingler, Martin Stobbe, Ellen Strauß, Manuel Strauß, Iris Turner, Antje Wack, Marianne Zambra

5 Bürgerinnen und Bürger, die in Grafing arbeiten

Dr. med. Roman Fritschle (Orthopäde, Unfallchirurg), Dr. Barbara Schlickenrieder, Brit Urban, Dr. Josef Urban, Theresia Urban

22 Bürgerinnen und Bürger, die außerhalb von Grafing wohnen:

Johannes Bertholdt (Rentner, Töging am Inn), Klaus Bertholdt (Astrologe, München), Christa Haas (Sekretärin, München), Daniel Hodel (Germering), Reinhild Krugmann (Kirchseeon), Marianne Langewald (Rentnerin, München), Kerstin Paetsch (Kirchseeon), Rita Primbas (Athen), Gudrun Probul (Moosach), Michael Raabe (Rentner, München), Badroz Radpy-Schabel (Gauting), Martin Reußner (Ebersberg), Dr. Barbara Richter (Ärztin, Ladenburg), Rainer Risch (IT-Consultant, Langenhagen), Gerhard Schabel (Informatiker, Gauting), Günther Schamoti (Studiendirektor a.D., München), Christa Schmid (München), Nirit Sommerfeld (Künstlerin, Berlin), Volkan Türlü (Selbständig, München), Aylin Urban (München), Christiane Winter (technische Zeichnerin, Gräfelfing), Matthias Winter (Ingenieur, Gräfelfing)

 

Presse und Öffentlichkeit

Auf der Suche nach Unterstützung hat sich der Grafinger Friedensaufruf auch an Professor Dr. h.c. Horst Teltschik, den ehemaligen Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, gewandt. Nach Studium des Aufrufs bedankte sich Prof. Teltschik und erklärte, dass er den Aufruf „inhaltlich voll unterstütze„. Zudem erklärte er, dass die Stärke des Aufrufs aus seiner Sicht der „regionale Bezug“ sei, dass „Bürger aus Grafing einen solchen Aufruf formulieren und dafür werben„.

Zur Person von Professor Dr. h.c. Horst Teltschik:

Horst Teltschik – Wikipedia

Den Ukraine-Krieg mit einem Verhandlungsfrieden beenden (deutsche-wirtschafts-nachrichten.de)

Sonderausgabe vom 28. August 2023 – Zeitgeschehen im Fokus (zeitgeschehen-im-fokus.ch)

Sehr geehrte Mitglieder des Stadtrates,

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

zunächst einmal vielen Dank an die vielen Stadträte, die den Grafinger Friedensaufruf unterschrieben haben. 8 von 24 Stadträten haben schon unterschrieben, aus fast allen Parteien, ein breites Spektrum.

Der Aufruf wird – wie Sie wissen – von Prof. Dr. h.c. Horst Teltschik, dem ehemaligen Architekten der deutschen Einheit unter Helmut Kohl und dem langjährigen Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz (1999-2008) inhaltlich voll unterstützt.

Der Aufruf beschreibt im Kern ein realistisches, glaubhaftes Ausstiegsszenario aus dem Russland-Ukraine Krieg.

Die Ukraine hat 4/5 ihres Territorium halten bzw. zurückerobern können, dank der Unterstützung vieler freiheitsliebender Länder. Das war von vielen so nicht erwartet worden.

Seit Monaten hat sich der Charakter des Krieges massiv gewandelt. Der Krieg ist immer mehr zu einem blutigen aber auch risikobehaften Stellungskrieg geworden – unzählig viele Opfer auf allen Seiten, zudem das Risiko weiterer u.U. auch nuklearen Eskalationen.

Wir brauchen dringend eine neue dieser Situation angepassten Strategie, um diesen Krieg mit Vernunft rasch zu beenden.

Hier sind Ethik,  Flexibilität, Führungsstärke, und überlegter Druck von Außen gefordert.

Der Grafinger Friedensaufruf setzt bei diesem für viele erkennbaren Defizit an und skizziert ein realistisches Ausstiegsszenario aus diesem Krieg.

Wenn der Druck der öffentlichen Meinung groß genug ist, hat ein Plan mit Grundelementen wie im Grafinger Friedensaufruf beschrieben, eine realistische Chance auf rasche Umsetzung.

Den ersten Schritt muss die Bundesdeutsche Regierung in Abstimmung mit der NATO und den Unterstützern in Richtung deeskalierende Zielvorgaben für Selenskyj tun.

Wenn die absolute Mehrheit des Stadtrates diesen Aufruf unterschreibt, kann dies ein erhebliches Echo in unserer Medienlandschaft erzeugen, das nicht mehr zu überhören ist und zu einem raschen Umdenken führen kann.

Jeder von uns hat innere Grenzen und Einstellungen, die zu überspringen nicht leicht, aber in diesem Fall womöglich notwendig sind. 

Um diesen Krieg schnell zu beendigen braucht es eine Entschlossenheit, gepaart mit dem Gefühl von Verantwortung, dem Gespür für das Machbare, dem Gefühl für Timing sowie dem Gespür für Chancen, die sich eröffnen.

Ich habe die Bitte, an all diejenigen unter Ihnen, die noch nicht unterschrieben haben. Überdenken Sie Ihre Haltung. Es fehlen nur noch 5 Stadträte zur absoluten Mehrheit.

Selbstverständlich respektiere ich abweichende Meinungen.

Für Rückfragen stehe ich Ihnen zur Verfügung.
Vertraulichkeit ist gesichert.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Thomas Raabe

Nachtrag: Seit 22.04.2024 sind es 7 von 24 Stadträten, da die Stadträtin Andrea Maier ihre Unterschrift zurückgezogen hat